Historische Infos zu Wildungen
Wildungens Kafferöstereien
In Bad Wildungen gab es meines Wissens nach 2 Kaffee-Röstereien
Die Rösterei Mokka-Peter die größere der beiden mit mind. 3 Kaffeeröstern
und
die Rösterei Kaffee-Franz mit 1 Kafferöster und der Kaffeemarke ADA-Kaffee mit 4 Geschmackssorten. Der Kaffeeröster, ein Kugelröster, stand in der 2. Etage des Hauses Brunnenstraße 10. Diese Kaffeerösterei bestand bis 1969.
Kolonialwarengeschäfte
Im 18. bis Anfang des 20. Jahrundert entstanden in Deutschland viele Geschäfte für Kolonialwaren. Dort wurden Waren aus Kolonien, besonders aus dem asiatischen und afrikanischen Raum, kamen. Dies waren z. B. Kaffee, Tee, Tabak, Zucker, Kakao, Reis und Gewürze.
Davon existierten auch in Wildungen einige dieser besonderen Geschäfte.
Kolonialwarengeschäft Adam Franz
Das besondere im Angebot von Adam Franz
Neben den eigens gerösteten Kaffeesorten, den Tees, Gewürzen, Tabak, Reis und Zucker aus Zuckerrohr, war im Angebot auch ein selbst hergestellter Kräuterlikör "Wildunger Tropfen" und der Honig aus eigener Imkerei. Das Bienenhaus stand im Garten im fetten Hagen. Dort wurden auch Hühner und Kaninchen gehalten und auf dem Grundstück befand sich auch ein Lagerschuppen für Holz - kein Brennholz, sondern Holzbohlen und Bretter.
Als infolge des Krieges immer mehr Kriegsflüchtlinge nach Bad Wildungen kamen, wovon viele auch in der Altstadt zunächst eine Bleibe fanden und später außerhalb des Stadtkerns in Siedlungshäusern zogen, führte Alfred Franz einen Lieferdienst für seine Lebensmittel und Textilien ein. Jeden Donnerstag fuhr er und später sein Sohn Kurt zu seinen Kunden und holte dort Bestellungen, die die Kunden in Bestellhefte eingetragen hatten (z.B. Bestellheft Fam. Klüter), ab. Diese Bestellungen wurden dann bis zum Freitagnachmittag zusammengestellt und in einen Karton je Bestellung gepackt. Es wurde eine Rechnung beigelegt und das evtl. notwendige Wechselgeld in einen Lederbeutel bereitgestellt. Dann wurde gegen Geschäftsschluss am Freitag der Geschäftswagen mit den Warenkartons für die einzelnen Touren gepackt und die Waren ausgeliefert. Dies konnten bis zu 4 Touren sein.
Zunächst verdiente sich Adams und Elises 3. Sohn Alfred seinen Unterhalt mit einem Wandergewerbe, indem er mit einem Fahrrad im Eder- und Wesetal bestimmte Waren verkaufte. Nach dem 2. Weltkrieg stieg er dann in das Geschäft seines Vaters ein. Ab da firmierte der Kolonialwarenladen unter "Adam Franz & Sohn". Diese Firmierung blieb auch nach dem Tod von Adam Franz in 1952 und Alfred Fanz in 1963 bis 1969 bestehen. In 1968/69 baute Luise Franz zusammen mit ihrem 2. Sohn Peter Franz im der Wildunger Flur Bubenhausen am Taubenrain ein Wohnhaus mit einem vorgelagerten Lebensmittelladen. Ab da lautetet die Firmierung "Luise & Peter Franz".







